Familienfreundlichkeit mit Gütesiegel

Die Stadt Gütersloh will ihre Familienfreundlichkeit zertifizieren lassen. Am Mittwoch (18.1.2012) unterzeichneten Bürgermeisterin Maria Unger und Dr. Andreas Osner den Vertrag für das „Audit Familiengerechte Kommune“. Über einen Zeitraum von rund einem Jahr wird eine umfassende Bestandsaufnahme der familienbezogenen Leistungen vorgenommen, eine Strategie für die verschiedenen Handlungsfelder erarbeitet. Familien und Akteure werden an der Abstimmung der Ziele beteiligt. 

Unterzeichnung der Vereinbarung zum Familienaudit
Für die familiengerechte Kommune: Dr. Andreas Osner, Geschäftsführer des Vereins „Familiengerechte Kommune“ und Bürgermeisterin Maria Unger unterzeichnen den Projektvertrag, „assistiert“ von Karl-Helmut Jähner (Projektunterstüztung), Dezernent Joachim Martensmeier und Simone Hensch (Projektverantwortliche). (v.l.)

Am Ende dieser Phase steht  eine politische Beschlussfassung über die Ziele und Maßnahmen für die nächsten drei Jahre. Die Auditierung endet im Erfolgsfall mit der Zertifizierung als „Familiengerechte Kommune“.

Andreas Osner ist der Geschäftsführer des Vereins „Familiengerechte Kommune“ mit Sitz in Bochum . Er und sein Team steuern und begleiten aktiv das Projekt,  das zum Ziel hat,  die Angebote für Familien in der Stadt bedarfsgerecht und zukunftsfest auszubauen. Der Rat der Stadt hat im Dezember den Beschluss zur Teilnahme gefasst.

„Wir freuen uns, dass wir als eine der ersten Kommunen in Deutschland an dem Auditierungsverfahren des Vereins Familiengerechte Kommune teilnehmen, und sehen den kommenden 12 Monaten mit Spannung entgegen“, erklärte  Bürgermeisterin Unger bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung. „Umfragen belegen, dass wir in der Familienorientierung schon gut aufgestellt sind, aber der Status Quo sollte uns Gütersloher nicht davon abhalten, noch besser zu werden. Die allgemeine demografische Entwicklung und der interkommunale Standortwettbewerb sind für uns Ansporn und Verpflichtung zum Handeln. Auf  die Veränderung der Altersstruktur müssen wir uns auch in Gütersloh vorbereiten : Bundesweit werden in 2030 fast 30 Prozent der Menschen älter als 65 Jahre sein. Aber Familie ist nicht nur da, wo Kinder sind, sondern wo alle Generationen füreinander Verantwortung tragen,“ so Unger.

Dr. Andreas Osner, Geschäftsführer des Vereins ergänzt: „Das Besondere an dem Auditierungsverfahren ist, dass wir mit jeder Kommune, die sich auditieren lässt, eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe eingehen. Es ist das einzige Planungs- und Führungsinstrument, dass Kommunen den Weg zu einer strategischen und gemeinsam getragenen Familienorientierung weisen kann. Das Audit ist ein demokratischer Prozess, in dem die politischen Entscheider – zusammen mit der Verwaltung und den Bürgern – selbst Lösungen entwickeln. In diesem Prozess bieten wir eine erprobte Struktur und viele Hilfestellungen an.“

Das Instrument „Audit“ zielt darauf ab, eine positive Wechselwirkung von Lebensqualität für Familien einerseits und Standortqualität für Unternehmen andererseits zu erzeugen. Das soll unter anderem durch die Verbesserung der Zusammenarbeit der vielen Akteure vor Ort, die sich um Familien, Kinder, Jugend und Bildung und Senioren kümmern, geschehen. Themen wie „Vernetzung“, „Präventive Sozialarbeit“ und „Einbindung von Bürgern“ spielen eine wesentliche Rolle.

Auch der zuständige Dezernent Joachim Martensmeier sieht die Vorteile des Auditierungsprozesses: „Es gibt eine zunehmende Anzahl von Familien-Lebenslagen -  angefangen von Doppelverdienern, pflegende Erwachsene über Kinderarmut, Zuwandererfamilien, „Patchwork“-Familien bis hin zu Alleinerziehenden. Auch wenn wir in Gütersloh nicht die geballten sozialen Probleme haben, wie z.B. das Ruhrgebiet: Arme und bildungsferne Familien und Kinder mit erheblichen Problemen im Alltag gib es auch hier. Und angesichts der städtischen Haushaltssituation  müssen wir genau aufpassen, wohin wir unsere Ressourcen lenken. Daher sind wir sicher, dass der Weg der Auditierung mit dem Verein als starker Partner im Boot, uns helfen kann, unsere Ziele zu überprüfen, Dinge neu zu entwickeln und unsere Mittel so präzise und bedarfsgerecht einzusetzen.“ Am Ende, da sind sich alle Beteilgten sicher, steht  ein Mehrwert für die Familien und für die Stadt.

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